Ein brisanter Vorstoss?

Die Motion von Min Li Marti betreffend „Frauenquote“ hat schon im Vorfeld für hitzige Diskussionen gesorgt. Bereits im Sommer gab es Presseberichte und Stimmen von bürgerlichen Parlamentariern, die Quoten für schädlich hielten. Die FDP Frauen sagten ihre Unterstützung zu und kurz darauf wieder ab. Die Nicht-Nomination von Walker Späh, so wird gemunkelt, hätte etwas mit ihren positiven Äusserungen zu diesem Vorstoss zu tun. Eingereicht wurde die Motion schliesslich mit Unterstützung der Grünen, AL und GLP.

Was der Inhalt dieses brisanten Vorstosses ist? Gefordert wird, dass in Kaderpositionen der Stadt Zürich mindestens 35 Prozent Frauen und Männer vertreten sein müssen. Aktuell sind in der obersten Führungsebene 18.5% Frauen zu finden. Ausnahmen wie das Präsidialdepartement von Corine Mauch mit einem 50%-Anteil sind positiv hervor zu heben.

Der Stadtrat war bereit, die Motion entgegenzunehmen was in unserer Fraktion freudig aufgenommen wurde. Das eröffnete dem Rat die Möglichkeit den Vorstoss ohne Diskussion in Rekordfrist zu überweisen. Mit dem Ablehnungsantrag der SVP wurde die Motion nun in die Traktandenliste eingereiht und damit für 2-3 Jahre „versenkt“.

Fast zeitgleich mit den Geschehnissen in Zürich hat die EU einer Frauenquote von 40% bis 2020 in Aufsichtsräten von grossen Unternehmen – nach langer, erbitterter Diskussion – zugestimmt. Wir Zürcherinnen warten weiter.

 

Dorothea Frei