Lunchchecks für das städtische Personal!

Die Strafe die die bürgerliche Mehrheit des Gemeinderates auf Antrag des (rot-grünen ?) Stadtrates im Budget 2011 ausgesprochen hatte, wurde an der gestrigen GR-Sitzung um rund einen Sechstel reduziert. Einer Weisung zur teilweisen Wiedereinführung der Lunchchecks für das zweite Halbjahr 2011 wurde mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Diese Weisung hatte ihren Ursprung in einem Postulat der Alternativen Liste, welches mit Hilfe der reumütigen christlichen Parteien dem Stadtrat überwiesen wurde. Dieser hatte in rekordverdächtigem Tempo die postulierte Forderung aufgenommen und subito dem Gemeinderat die Weisung vorgelegt, die gestern eine Mehrheit fand.

Den Rest der Strafe muss aber das Personal gleichwohl „absitzen“. Und dieser Rest tut uns allen weiterhin weh. Die Lohnmassnahmen fallen für dieses Jahr aus. Und gerade diese gestrichenen Lohnmassnahmen schmerzen. Es fehlt nicht nur Monat für Monat Geld in der Lohntüte. Dieses Geld wäre auch versichert gewesen, d. h. wir erleiden auch Einbussen in der Pensionskasse. Dies hat die bürgerliche Spar(wut)allianz bewusst in Kauf genommen, um gegenüber der linken Minderheit des Gemeinderates und gegenüber dem Stadtrat die Muskeln spielen zu lassen. Die Liberalne und die Christen sind dem Rattenfänger vulgo Fraktionspräsidenten der ehemaligen Bauernpartei auf den Leim gekrochen. Zum Glück und Wohle der Stadt Zürich konnten sich die Christen aus dem Würgegriff befreien und wieder eine eigenständige Politik betreiben. Soviel Selbstachtung haben die ehemals staatstragenden Freisinnigen nicht mehr: Aus Angst vor der Milliardärspartei haben sie ihre Ideale längst verraten.

Das Personal nimmt den gestrigen GR-Beschluss erfreut zur Kenntnis im Wissen drum, dass dies nicht mehr als eine nette Geste ist. Die Reststrafe bleibt hoch genug.

 

Dominique Feuillet