Persönlich-Kolumne: Lösung statt Schwarzpeter-Spiel

Der Asylbereich ist regelmässig in den Schlagzeilen. Es wird viel darüber debattiert und gestritten. Das ist in einer Demokratie auch wichtig. Genauso wichtig ist aber, dass es schliesslich einen Schritt vorwärts geht. Nur den Schwarzen Peter weiterschieben hat noch nie ein Problem gelöst.

Deshalb bietet der Stadtrat Hand für ein neues Bundeszentrum für Asylsuchende auf dem Duttweiler-Areal. In diesem Zentrum soll das von allen Seiten befürwortete beschleunigte Verfahren getestet werden. Sie haben in den letzen Tagen sicher davon gelesen oder gehört.

Zwei Aspekte möchte ich bei diesem Pionierprojekt nochmals besonders betonen: Mit unserem Engagement leisten wir einen konkreten Beitrag für eine konstruktive Asylpolitik mit fairen, aber beschleunigten Verfahren. Die Stadt Zürich übernimmt ihren Teil der Verantwortung in diesem Bereich. Davon profitiert die ganze Schweiz.

Die Stadt engagiert sich zudem, weil es Zürich auch handfeste Vorteile bringt: Die Kosten für das Zentrum werden vom Bund übernommen und die im Asylzentrum untergebrachten Personen werden vom Kontingent von rund 1900 Asylsuchenden abgezogen, die die Stadt sowieso unterbringen muss. Unter dem Strich sparen wir mit dem neuen Zentrum rund eine Million Franken pro Jahr. Ausserdem müssen wir weniger Asylsuchende in Wohnungen unterbringen. Das entlastet den Wohnungsmarkt.

Zürich ist eine aufgeschlossene, solidarische und soziale Stadt. Wir pflegen das «Miteinander» und nicht das «Gegeneinander». Deshalb tragen wir beim neuen Zentrum zusammen mit dem Bund zu einer Lösung bei. Ich bin zuversichtlich, dass das Verfahrenszentrum für Zürich und für die Schweizer Asylpolitik eine Erfolgsgeschichte wird.

Corine Mauch, Stadtpräsidentin
Tagblatt-Kolumne der Stadt Zürich