Rollender höchster Zürcher

Am 9. Mai wählte der Zürcher Gemeinderat Joe Manser (SP) zum Gemeinderatspräsidenten. Vorausgegangen waren zwei Jahre, in denen Joe bereits als Vizepräsident auf dem „Bock“ sass. In dieser Zeit war auch die berühmte Rampe erstellt worden (übrigens durch eine Schreinerei in SVP-Händen) die es ermöglichte, dass Joe den Bock selber erklimmen kann. So wird denn auch das Präsidialjahr von Joe Manser unter dem Motto der hindernisfreien Integration aller in die Gesellschaft stehen. Und dafür hat er die volle Unterstützung der SP!

Der 11. Mai war der erste Ratstag nach den Frühlingsferien, der jeweils der Konstituierung dient. Neben Joe als Präsident wurden zwei Vizepräsidenten des Gemeinderates gewählt: Albert Leiser (FDP) und Martin Abele (Grüne). Auch das Büro (der „Vorstand“ des Gemeinderates) wurde neu bestellt. Da der 1. Mai weitgehend friedlich verlaufen war, blieben Fraktionserklärungen aus, und die gemeinderätliche Schar konnte sich rechtzeitig im blumengeschmückten Extratram zum Begrüssungsapéro von Joe Manser ins GZ Riesbach begeben. Unter Beisein zahlreicher QuartierbewohnerInnen und VertreterInnen der SP 7&8 wurde Joe mit Musik und Reden gewürdigt.

Nach einem heftigen Regenguss stiegen oder fuhren die geladenen Gäste (darunter alle GemeinderätInnen) den „Hoger“ hoch, um in der EPI-Klinik mit Blick auf den Zürichsee fein zu speisen und sich später weitere prominente RednerInnen, darunter die Stadtpräsidentin, anzuhören. Fraktionspräsidentin Min Li Marti brillierte mit einer satirischen Rede über „Mauch-Momente“, Langredner und Horrorklassen (wobei das Limmatquai den Borrweg noch zu übertreffen scheint). Zum Abschluss trug Charles Lewinsky fein-ironische Kurzgedichte vor, wovon insbesondere das Lied vom 1. August in bester Erinnerung geblieben ist: Der „Erschti Auguscht“ war eben kein Monatserster, sondern ein Clown mit roter Nase, der am Rütlischwur die Zwerchfelle der Eidgenossen strapazierte.

In diesem Sinn wünschen wir Joe Manser ein erfolgreiches, genussvolles und von „Augusten“ aller Art aufgeheitertes Amtsjahr!

 

Rebekka Wyler