Ein Lohn zum Leben

Wer arbeitet, soll davon leben können. Darum haben wir zusammen mit Gewerkschaften und Hilfswerken eine städtische Mindestlohn-Initiative lanciert.

Das Leben wird für uns alle immer teurer. Die Mieten steigen, die Krankenkasse kostet jedes Jahr mehr und nicht nur für ÖV- und das Kinoticket zahlt man viel. Zehntausende arbeiten in Zürich zu absoluten Tieflöhnen, von denen sie nicht leben können. Während der Corona-Pandemie waren sie oftmals von Kurzarbeit betroffen und hatten noch weniger Geld zur Verfügung. Allein in der Stadt Zürich sind fast 17’000 Menschen für weniger als 23 Franken pro Stunde beschäftigt.

😷 Raus aus der Krise

Die Corona-Krise hat gezeigt: Wenn der Lohn im Alltag kaum zum Leben reicht, dann ist er in einer Krise erst recht zu tief. Fast die Hälfte aller Beschäftigten, für die während der Corona-Krise Kurzarbeit beantragt wurde, gehörte zu den am schlechtesten bezahlten 20 Prozent.

🤝 Respekt und Fairness

Sie reinigen Büros von Grossbanken, betreuen uns als Fluggäste, verkaufen uns Luxusartikel – und verdienen dabei nicht mal 20 Franken auf die Stunde. Sie verrichten wertvolle Arbeiten: Während des Lockdowns haben Beschäftigte des Gesundheitswesens, von Lieferdiensten und Lebensmittelgeschäften unsere Gesellschaft gestützt. Dafür haben sie Respekt und Wertschätzung verdient. Diese Wertschätzung muss sich im Lohn widerspiegeln. Ein Lohn muss zum Leben reichen. Zu einem Leben hier, bei uns in der Stadt. Das ist nichts als fair!

🙋🏻‍♀️ Gleichstellung

Zwei Drittel der von Tieflöhnen Betroffenen sind Frauen! Das ist kein Zufall: Sogenannte «Frauenberufe» sind immer noch deutlich schlechter bezahlt als Berufe, in denen vorwiegend Männer arbeiten. Dabei haben uns die letzten Monate deutlich gemacht, wie sehr unsere Gesellschaft von dieser Arbeit abhängig ist.

👴🏻 Altersarmut verhindern

Fast die Hälfte aller Tieflohnbeziehenden in der Stadt Zürich sind zwischen 30 und 49 Jahren alt. Sie stehen nicht am Anfang, sondern mitten im Berufsleben! Wer das ganze Leben im Tieflohnsektor gearbeitet hat, wird auch nach 44 Beitragsjahren keine Rente erhalten, die zum Leben reicht. Niedrige Löhne führen zu Altersarmut, zwingen die Betroffenen zum Bezug von Ergänzungsleistungen und belasten damit das Budget der Kantone.

📈 Ein Mindestlohn zum Leben!

Wer voll arbeitet, soll nicht aufs Sozialamt müssen oder gezwungen sein, einen zweiten Job anzunehmen. Und wer das ganze Leben gearbeitet hat, soll von der Rente leben können. Deshalb fordern wir einen Mindestlohn von 23 Franken pro Stunde!