JA zum wohnpolitischen Grundsatzartikel in Gemeindeordnung

Die Mieten in Zürich steigen und steigen. Die Folgen sind unerfreulich: Zunehmender ökonomischer Druck, Kaufkraftverlust, Vertreibung des Mittelstands aus der Stadt und Entmischung der Quartiere. Daher erstaunt es nicht, dass viele Familien und alte Menschen eine Genossenschaftswohnung suchen, denn Genossenschaften sind nicht renditeorientiert und können ihre Wohnungen relativ günstig vermieten.

Die Stadt Zürich fördert seit über hundert Jahren mit Erfolg den gemeinnützigen Wohnungsbau. Neben der Vermietung ihren eigenen Wohnungen sorgt sie vor allem dank ihrer aktiven Zusammenarbeit mit Genossenschaften und Stiftungen für einen im schweizweiten Vergleich hohen Anteil an günstigen Wohnungen und Gewerberäumen.

2010 reichte die SP die Wohnbauinitiative «Wohnen für alle» ein und die EVP und die Grünen weitere Initiativen mit ähnlicher Stossrichtung. Der Gegenvorschlag des Gemeinderats greift die Forderungen dieser Initiativen auf und verlangt eine gute soziale Durchmischung in allen Quartieren sowie eine Steigerung des Anteils nicht renditeorientierter Wohnungen auf einen Drittel innerhalb der nächsten 40 Jahre. Diese Ziele sind erreichbar und entsprechen einem dringenden Bedürfnis weiter Bevölkerungskreise.

Mit dem wohnpolitischen Grundsatzartikel passen wir das Angebot an preisgünstigen und ökologischen Wohnungen, Familienwohnungen und betreuten Einrichtungen für ältere Menschen der riesigen Nachfrage an und sorgen damit für eine sozial vielseitig zusammengesetzte Wohn- und Arbeitsstadt. Wollen wir nicht, dass aus Zürich ein Monaco am See wird, müssen wir zu dieser Vorlage ein überzeugtes JA einlegen.

 

Jaqueline Badran